Tagesdosis 16.8.2018 – Schluss. Aus. Stecker raus!

Berlin, August 2018. Unfreiwillig wurde mehreren tausend Berlinern der Stecker gezogen. Sinnbildlich. Seit mehr als 48 Stunden sind in Berlin-Mitte komplette Straßenzüge ohne Internet und Telefon.

Bis dato sah sich die Telekom nicht in der Lage auf ihrer Störungs-Infoseite Gründe zu benennen. Noch besser, die Antworten auf Kundenbeschwerden sind verschwunden. Der Erklärungsversuch lautete: Ihr seid sicher irritiert, da unsere Kommentare auf die Useranliegen hier nicht mehr ersichtlich sind. Uns ist es wichtig, dass ihr wisst, dass dies nicht durch unsere Initiative erfolgt ist. Wir möchten nach wie vor überall dort helfen, wo User Anliegen formulieren, bei denen wir helfen können. Aktuell klären wir, wie es zu der Löschung unserer Beiträge kommen konnte. Professionalität und Vertrauensbildung sehen anders aus.

Nun informiert die Lokalpresse über die Gründe. Menschliches Versagen: In Berlin-Mitte sind seit Dienstag mindestens tausend Internet- und Telefonanschlüsse gestört. Bei Bauarbeiten an der Torstraße sei eine Kabelkanalanlage stark beschädigt worden, teilte eine Sprecherin der Deutschen Telekom am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Ende der Störung sei bislang nicht absehbar(1).

Trivial und uninteressant? Nicht unbedingt. Nehmen wir den beliebten Abschnitt, unweit der Torstraße, die Kastanienallee. Sinnbild für die Veränderung der Stadt, der Gesellschaft in den letzten 15 Jahren. Ehemals die Anlaufstelle für individuelle Berliner Lebensweisen, in einem alten in sich gesunden Stadtbezirk, ist auch diese Straße inzwischen Spiegelbild aktueller innerstädtischer honoriger Langeweile.

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