Sans Forgetica – Mit dieser Schrift kann man besser lernen

Australische Forscher haben eine Schriftart entwickelt, mit der man sich leichter an gelesenen Inhalte erinnern können soll. Auch andere Experten sehen im Aufbau der Schrift Vorteile – aber auch Nachteile.

Bei der Schriftart mit dem Namen Sans Fogetica, was frei übersetzt „ohne Vergessen“ bedeutet, ist jeder Buchstabe unvollständig. Die meisten Buchstaben sind durch einen kleinen Spalt unterbrochen und genau das ist auch das Geheimnis der Schrift.

Die kleinen Lücken werden automatisch von unserem Gehirn beim Lesen automatisch sinnig aufgefüllt. So verweilt der Leser minimal länger bei jedem Wort, wodurch das Gehirn mehr Zeit hat, um den gelesenen Text zu verarbeiten und abzuspeichern.

Der Typograf und Mitentwickler der Schrift Stephen Banham beschreibt den Effekt so: „Das Gehirn versucht ganz automatisch, diese Formen zu vervollständigen, und das führt dazu, dass das Lesen verlangsamt und das Gedächtnis aktiviert wird.“

Forscher sehen gerade für Studenten große Vorteile

Die Schriftart wurde von Designern und Psychologen entwickelt und soll beispielsweise Studenten beim Lernen helfen. Gerade wenn diese für ihre Prüfungen viele Informationen in kurzer Zeit lesen und sich einprägen müssen. Aber auch beim Erlernen neuer Sprachen oder bei älteren Menschen für Gedächtnistrainings wäre der Einsatz der Schriftart sinnvoll.

Die Forscher der RMIT University in Australien haben ihre Schriftart an 400 Studenten getestet. Das Ergebnis zeigt, dass tatsächlich eine kleine Zunahme beim gemerkten Inhalt zu verzeichnen ist. Mit Sans Forgetica konnten sich die Studenten 57 Prozent des relevanten Inhaltes von Texten merken – ohne waren es genau 50 Prozent.

Externe Meinungen von Experten

Grundsätzlich sehen auch andere Experten die Idee hinter der unvollständigen Schriftart sehr positiv, da das Gehirn bewusster mit den gelesenen Buchstaben arbeitet. Jedoch gibt es auch Bedenken, denn wenn ganze Texte in der Schriftart vorliegen, kann es extrem anstrengend werden, diese zu lesen. So verliert man schnell die Lust am Lesen und dies ist ein klarer Nachteil beim Lernen.

Zudem haben andere Studien gezeigt, dass wir mit ausgedruckten Texten auf Papier besser lernen können als am Computer. Beim Lesen von Büchern oder Zetteln werden mehr Sinne angesprochen. So greifen wir das Buch oder die Lernzettel, riechen den Eigengeruch des Papiers und können eigenhändig wichtige Textstellen markieren oder Notizen an den Rand schreiben.

Ob man selbst mit der neuen Schriftart besser lernen kann, sollte also jeder einmal für sich selbst ausprobieren. Die Schriftart kann man hier kostenlos downloaden.

Quelle / Link: www.forschung-und-wissen.de

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