nachdenKEN über: Chemnitz

Chemnitz: Wir ernten, was wir säen!

In dieser Ausgabe von nachdenKEN nimmt Ken Jebsen Stellung zur letzten Sendung von „Me, Myself and Media“. Heute schätzen wir bei KenFM die Lage in Chemnitz anders ein, als noch letzte Woche. Die vielfach in den Medien beschworenen Hetzjagden hat es so nicht gegeben, wie wir heute durch verschiedene Verlautbarungen alle wissen.

Die Berichterstattung zum Thema rund um den Trauermarsch in Chemnitz diente vor allem einem Zweck: der Spaltung unserer Gesellschaft. Die Stimmung ist aufgeladen, die Fronten verhärtet. Links und Rechts formieren sich Kräfte, die in der Mitte ein gefährliches Vakuum entstehen lassen.

Unser Appell geht an die Community: „Lasst euch nicht spalten!“ und schaut hin, warum ihr so wütend seid. Was sind die Ursachen für die Härte, die Aggressivität, die uns immer mehr auch auf den Straßen in Deutschland begegnet? Und welchen Anteil hat Deutschland, hat die deutsche Regierung und wir, die Wähler dieser Regierung, an den Verhältnissen, die Krieg und Zerstörung fördern, während sie Dialog und Verständigung aktiv verhindern? Welchen Anteil hat jeder Einzelne von uns? Wie sieht es mit Solidarität für die Opfer aus? Opfer war Daniel Hillig und die Menschen, die unter dem Karl-Marx-Monument um ihn trauern wollten, sind nicht rechts oder links. Sie sind erst einmal trauernde Bürger, die Respekt verdienen. Wie jeder andere Mensch auch.

Opfer sind aber auch die 1,4 Millionen Toten allein im Irak, die Toten in Syrien, die wir Deutsche mitzuverantworten haben. Warum? Weil wir zu passiv sind. Weil wir zuschauen, während anderswo die Bomben fallen und Menschen durch unsere Mitfinanzierung, unsere Logistik getötet werden. An wie vielen Standorten „kämpft“ unsere Bundeswehr? Auf wie vielen Plakaten in Chemnitz bewirbt die Bundeswehr auch nach dem Mord an Hillig illegale Mordkommandos im Ausland? A hat mit B zu tun. Auch, wenn uns diese Wahrheit erstmal ohnmächtig zu machen scheint: Wir sind nicht ohnmächtig, wenn wir solidarisch sind!

Uns ist klar, dass es schwer ist neben dem Alltag, den jeder von uns zu bewältigen hat, noch die Kraft aufzubringen, die politische Auseinandersetzung mit den eigenen Anteilen, mit der eigenen Verantwortung zu führen. Aber wir müssen diese Auseinandersetzung führen! Der Mord in Chemnitz ist Teil einer Kette, deren Ganzes wir verstehen müssen, damit wir die Fronten im Außen und die Fronten im Innern überwinden können.

Nur so ist ein globaler Frieden möglich.

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