GERICHT: BGH vor schwierige Fragen

Ihr unbändiger Appetit auf Buchenrinde könnte ihnen zum Verhängnis werden: Den einzigen freilebenden Wisenten in Deutschland droht die Rückkehr ins Gehege oder sogar die Umsiedlung nach Ostpolen – wenn aufgebrachte Waldbauern nicht ihren Widerstand aufgeben. Die Fronten haben sich über Jahre verhärtet. Am Freitag erreichte der Streit über das Schicksal der Wisente im nordrhein-westfälischen Rothaargebirge den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Das von Bund und Land geförderte Artenschutz-Projekt war mit großen Hoffnungen gestartet: Lange Zeit waren die größten Landsäuger Europas in deutschen Wäldern ausgerottet, nun sollten die bis zu drei Meter langen und bis zu 900 Kilo schweren Wildrinder im Siegerland wieder heimisch werden. In einem Gehege bei Bad Berleburg wurde die Herde um Bulle Egnar und Leitkuh Araneta aufgebaut. Im April 2013 wurde den damals acht Tieren der Zaun in die Freiheit geöffnet. Nur wenige Wochen später kam das erste Jungtier zur Welt.

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