GEMA fordert nachhaltige Rahmenbedingungen für Europas Kreative

Am 12. September geht das EU-Parlament in Sachen Urheberrechtsnovelle in die Verlängerung. Zuvor macht sich die GEMA für die Interessen der Kreativen stark – und führt dazu eine Studie ins Feld, laut der rund zwei Drittel der europäischen Bürger international agierende Plattformen als machtvoller empfinden als die EU.

GEMA fordert nachhaltige Rahmenbedingungen für Europas Kreative Fragt man nach Fairness, stellt sich in der Value-Gap-Diskussion und in Sachen Urheberrechtsnovelle eine Mehrheit auf die Seiten der Kreativen und ihrer Partner: 87 Prozent der von den Meinungsforschern von Harris Interactive befragten EU-Bürger sind laut einer Umfrage für Regelungen, die Urhebern eine faire Vergütung für die Verbreitung ihrer Werke im Onlinebereich zusichern können. (Bild: Harris Interactive Europe, europeforcreators.eu)

Zuvor hatten die Abgeordneten nach einem Kräftemessen der Lobbyisten am 5. Juli in Straßburg zunächst gegen den von Berichterstatter Axel Voss (CDU) vorgelegten Richtlinienentwurf zur Urheberrechtsreform im digitalen Binnenmarkt gestimmt, der den Rechtsausschuss bereits passiert hatte. Dabei ging es vor allem um den Artikel 13 des Voss-Vorschlags.

Bevor nun neue Beratungen und eventuelle Änderungen anstehen, macht sich unter anderem die GEMA für die Interessen der Kreativen und Kulturschaffenden stark – und führt dazu die Studie eines Meinungsforschungsinstituts ins Feld, laut der rund zwei Drittel der europäischen Bürger international agierende Plattformen als machtvoller empfinden als die EU.

Kein Wunder, hatte doch zum Beispiel Branchenbeobachter Stefan Herwig in einem Gastbeitrag für MusikWoche festgestellt, dass “besorgte Internetnutzer” im Zuge der Saveyourinternet-Kampagne “mit Desinformationen und problematischen Simplifikationen zu politischem Aktivismus verleitet” worden seien.

Die von der GEMA angeführte Studie basiert nun auf einer Umfrage von Harris Interactive. Die Meinungsforscher hatten dazu im August 6600 Bürger in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Polen, der Tschechischen Republik, Rumänien und Griechenland 2018 befragt, “wie sie den Einfluss von Technologie-Giganten wie Google, Amazon, Facebook und Apple einschätzen und ob sie die Vergütung von Urhebern in diesem Kontext als fair ansehen”, wie es bei der Verwertungsgesellschaft heißt. Rund 60 Prozent der EU-Abgeordneten seien aus diesen acht Ländern ins Parlament gewählt worden.

“Die vorliegenden Ergebnisse sind alarmierend”, analysiert der GEMA-Vorstandsvorsitzende Harald Heker|U. “Eine überwiegende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Europa verlangt den Schutz und die Stärkung von Urheberrechten”, dies sei “ein Weckruf” für das EU-Parlament: “Im Namen der 72.000 Mitglieder der GEMA fordere ich die Abgeordneten eindringlich dazu auf, im Sinne der europäischen Werte- und Kulturgemeinschaft abzustimmen und nachhaltige Rahmenbedingungen für die europäische Kreativszene zu schaffen. Sie halten mit dieser Abstimmung ein Stück kultureller Zukunft Europas in ihren Händen.”

Die Studie “Copyrights & US Tech Giants” stellt die GEMA auf ihren Onlineseiten (pdf) zur Verfügung.

Quelle: www.musikwoche.de

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