Die Zukunft hat schon begonnen, und niemand merkt es

Die Konkurrenz zwischen der Kernfusion und der niedrigschwelligen Nuklearreaktion wurde einmal so beschrieben:
Ein Polizist trifft einen Mann, der unter einer Straßenlaterne kniend etwas sucht.
Der Polizist fragt: „Was suchen sie denn da?“
„Ich habe meinen Haustürschlüssel verloren.
Polizist: „Und wo haben Sie den verloren?“ „Da hinten irgendwo.“ „Und warum suchen sie dann hier?“ „Hier ist es heller.“

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Dunkelheit, was für LENR bedeutet, dass die Herkunft der Energie unklar ist. Dieses Schicksal teilt sich LENR mit allen Phänomenen, die solange ein solches bleiben, bis eine endgültige wissenschaftliche Erklärung gefunden wurde. In früheren Zeiten waren alle Erfindungen ein Ergebnis von Versuch und Irrtum und die Erklärungen kamen oft viel später. So ging das auch bis in die Neuzeit: Die Erfindung der Dampfmaschine war nicht das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung sondern genau anders herum: Die Wissenschaft der Thermodynamik entstand aus der Dampfmaschine. Diese wurde von einfachen Arbeitern erfunden, die einen maschinellen Weg gesucht hatten, die Kohleschächte von Wasser zu befreien.

Die wissenschaftlichen Erklärungen sind gleichwohl ungemein wichtig, weil nur so die Prinzipien offenbar werden, die dann vielfältige andere Anwendungen ermöglichen.

Die Patentämter verlangen diese wissenschaftlichen Erklärungen bewusst nicht, weil eben nach wie vor viele Erfindungen dem Prinzip Versuch/Irrtum folgen.

Es ist daher nicht zu akzeptieren, wenn manche Wissenschaftler den Eindruck vermitteln, eine Erfindung sei erst dann eine Erfindung, wenn sie ihren wissenschaftlichen Segen dazu gegeben haben. Deshalb habe ich schon in der Einleitung meines Blogs „Coldreaction.net“ geschrieben:

„Zweifler aus dem Bereich der Wissenschaft versuchen so etwas wie eine ‚Umkehr der Beweislast‘ zu Lasten von LENR zu erreichen. Aber ein ‚Phänomen‘ wie LENR ist nun einmal ein gänzlich unschuldiges Wesen: Es kann nur beweisen das es existiert. Das ‚Warum‘ zu beantworten, ist und bleibt Aufgabe der Wissenschaft.“

Nennenswerte Forschungen zu LENR gibt es, außer bei Airbus, in Deutschland kaum. Die meisten Forscher kommen aus den USA, Italien, aus Schweden, Russland, der Ukraine und Japan. Aber auch in China und Indien gibt es nennenswerte Aktivitäten. Die größte Forschungsszene gibt es in den USA, dabei dominieren Forscher aus dem Umfeld des Kernforschungszentrums Los Alamos. Es gibt aber auch andere LENR-Forscher namhafter US-Universitäten und Forschungsinstitute. Einige forschen weiter in ihren Einrichtungen oder sie haben eigene LENR-Firmen gegründet. Manche halten inzwischen wichtige Patente, aber die bedeutendsten LENR-Patente halten Dr. Andrea Rossi, die NASA, Airbus und das US-Militär.

Wie funktioniert nun LENR. Die Energieausbeute ist vielfach erwiesen, sie liegt zwischen ungefähr dem 5-fachen bis zum 1000-fachen der eingesetzten Energie, abhängig vom Stand der jeweiligen Forschung und verwendeten Technologie. Die Energiegewinne sind zweifelsfrei immer so hoch, dass ihr Ursprung nicht chemischer Natur sein kann. Die nukleare Reaktion ist in jedem Fall erwiesen, nämlich durch die Analyse der sog. „Asche“. Dies ist der Vergleich der Reaktorfüllung vor dem Betrieb der kleinen Reaktoren und danach. Nach dem Einsatz zeigen die vorgefundenen Elemente eine andere nukleare Zusammensetzung oder es zeigen sich Elemente, die zuvor gar nicht Bestandteil der Füllung waren. Es hat also zweifellos eine nukleare Reaktion stattgefunden. Wenn man zudem nun einen beträchtlichen Energiegewinn feststellen kann, liegt es nahe, eine Kernfusion zu vermuten, was aber zweifellos nicht der Fall ist.

Ich kann nur versuchen zu beschreiben, was sich vermutlich bei LENR abspielt. – Im Jahre 1869 demonstrierte der schottische Physiker Thomas Graham, dass das Metall Palladium das 650-fache seines Volumens an Wasserstoff aufnehmen kann. Dies ist möglich, weil sich Metallatome nicht im traditionellen Sinne gegenseitig berühren, sondern sich durch elektrostatische Ladung auf Abstand halten. Die sehr kleinen Wasserstoffatome können sich in diesem „Gitter“ ihren Weg bahnen. Diese Erscheinung machten sich 1989 auch die amerikanischen Forscher Pons und Fleischmann zunutze, als sie bei einem Elektrolyse-Versuch eine Kathode aus Palladium verwendeten. Dabei beobachteten sie über mehrere Tage Wärme in dem verwendeten „schweren Wasser“ (Deuterium), die nicht durch chemische Reaktionen erklärbar war. Diese Erscheinung ließ sich in den folgenden Monaten nicht replizieren, in den kommenden Jahren allerdings vielfach.

Zunächst haben LENR-Forscher mit diesem Elektrolyseverfahren weitergearbeitet, jedoch änderte sich die Vorgehensweise bald radikal. Anstatt Palladium verwendete man Nickel und dies auch nicht mehr im Elektrolyseverfahren, sondern in Form sehr kleiner Zylinder, die man mit Nickel befüllte. Der italienische (seit einigen Jahren in den USA lebende) Forscher Dr. Andrea Rossi war der erste, der zur Befüllung der kleinen Reaktoren Nickel-Puder verwendete. Damit wurde das Eindringen des Wasserstoffs in die Gitterstruktur des Nickels erleichtert.

Weiterlesen