Die Falschen kommen – Die Richtigen gehen

Deutschland ist ein Auswanderungsland. Zumindest für gut qualifizierte, junge, gebildete und wohlhabende Deutsche. Aus dem Land, in dem »wir gut und gerne leben« – so der verlogene Wahlkampfslogan der Unionsparteien – zogen laut Statistischem Bundesamt allein im Jahr 2016 mehr als 280.000 Deutsche ins Ausland.

In Deutschland findet gerade ein Negativaustausch statt: Jährlich machen es sich Hunderttausende integrationsunwilliger Einwanderer im warmen Sozialstaatsnest bequem. Leistungsträger dagegen – also diejenigen, welche dieses Nest finanzieren – sitzen auf gepackten Koffern. Oder haben ihre Heimat bereits verlassen. Ein dramatischer »Braindrain« (wörtlich übersetzt: »Abfluss von Gehirn«).

So lagen die veröffentlichten Auswandererziffern in den letzten zwei Jahrzehnten stets zwischen 100.000 und 150.000. Der plötzliche Anstieg im Jahr 2016 ist mit einer neuen Erfassungsmethode zu erklären: Bisher wurden nur die erfasst, die sich von ihrer neuen Adresse im Ausland abgemeldet haben. Seit kurzem erfasst die Statistik alle Abgemeldeten.

Man kann also davon ausgehen, dass die tatsächlichen Zahlen schon vor 2016 erheblich höher lagen als die veröffentlichten.

Mit welcher Gleichgültigkeit die deutschen »Eliten« und ihre professoralen Berater diesen Verlust übergehen, zeigt eine Äußerung des an der Uni Duisburg-Essen lehrenden Soziologen Marcel Erlinghagen gegenüber der ›Welt‹: In einem Interview vom 3.4.2018 meint dieser »Experte« allen Ernstes, man solle doch auch bitte registrieren, dass

»dem Wanderungsverlust von 135.000 deutschen Staatsbürgern in 2016 etwa genauso viele Einbürgerungen gegenüberstehen. Also hat der Staat auch neue Bürger gewonnen. Aus einer gesellschaftspolitischen Perspektive ist das kein Grund zur Sorge.«

Viel realistischer ist da Andrew Amoils, Leiter des ›Global Wealth Review‹: Steigende Kriminalität, sinkendes Vertrauen in die Justiz, hohe Steuern, gesellschaftliche Spannungen durch unkontrollierte Masseneinwanderung und abnehmende schulische Qualität benennt der Südafrikaner Amoils als die wichtigsten Gründe für die Auswanderung von Wohlhabenden.

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