Tagesdosis 22.6.2018 – Die Rentenlüge

Die Rentenfrage wird von interessierten Kreisen als Konflikt zwischen Alt und Jung inszeniert. Die Wahrheit ist, dass es wie fast immer um einen ganz anderen Interessengegensatz geht: den zwischen Arm und Reich. Durch Desinformation soll immer mehr Geld in die Kassen der privaten Versicherer gespült werden; die Bürger sollen für ihre erwartbare Altersarmut immer mehr blechen, solange sie in Arbeit sind.

Wie können wir im Kampf für faire und deutlich höhere Renten erreichen, dass die Medien dies unterstützen? Welche Herkules-Aufgabe da wartet, zeigte das vergangene Wochenende exemplarisch mit dem „Presseclub“ im Ersten und einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung.

Auch diese Leuchttürme des sogenannten Qualitätsjournalismus offenbarten wieder schier unglaubliches Unwissen in Rentenfragen. Das Ärgerliche daran:

Je öfter Unfug wiederholt wird, desto fester setzt er sich in den Köpfen der Zuschauer fest.

So forderte Alexander Hagelüken in der Süddeutschen vom 9./10. Juni einen Aufstand der Jungen, um sich vor künftiger Überforderung zu schützen. Dringend sollten teure Wahlgeschenke für die Rentner wieder einkassiert werden. Zitat: „Die vielen Milliarden, die im Regelfall gut versorgten Senioren von heute zugute kommen, werden später gebraucht.“

Hat Hagelüken etwa noch nichts davon gehört, dass die Durchschnittsrenten (mit netto 848 Euro monatlich 2016) nur knapp den Grundsicherungsbedarf überschreiten und die Renten der westdeutschen Frauen im Schnitt mit gerade mal 618 Euro sogar deutlich unter der Armutsschwelle liegen?

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