Aufgeblasenes Ego!

Zwei junge Damen sitzen neben mir im Cafe und plaudern. Beide sind perfekt geschminkt, adrett gekleidet und gepflegt. Nach einer Weile kann ich mich kaum mehr auf die Unterhaltung mit meinem Gesprächspartner konzentrieren. Die sehr hohe Modulation der Stimmen der beiden Damen gepaart mit der Frequenz, die mich an das Vorspulen meines Kassettenrekorders erinnert, hinterlassen in meinem Kopf Synapsenknoten. Leider ist auch die inhaltliche Tiefe des Gespräches der Beiden übersichtlich. Ich ertappe mich dabei, ihnen gedanklich gern mit einer Stopp-Taste eine Pause gönnen zu wollen, pfeife mich aber dann selbst zurück. Was genau stört mich derart, dass ich in Resonanz gehe? Soll doch jeder nach seiner Facon glücklich sein.

Was mich stört? Das ist eigentlich mehr als das belanglose Geplapper der beiden jungen Frauen. Es ist die Erinnerung daran, dass meine Töchter früher gerne Sendungen wie “Hanna Montana” schauen wollten. Was ich verbat. Genau aus dem Grund, weil die Frequenz und Modulation der Sprache völlig unnatürlich und überdreht klang. Es wurde eine aufmerksamkeitsheischende Art und Weise von Kommunikation vermittelt, in der es nicht mehr um den Inhalt, sondern allein noch um “das Reden um des Redens Willens” ging.

Einer der Protagonisten übertrumpfte den Anderen. Worum es ging? Wusste am Ende der Sendung keiner mehr. Synapsenknoten. Ego über Inhalt.

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